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Grundlegendes zum Verständnis SQV

Der Baustein „Schulspezifisches Qualitätsverständnis“ (SQV) nimmt im QmbS-Konzept eine zentrale Position ein (vgl. Logo). In diesem Kapitel wird im Sinne einer Begriffsklärung die Bedeutung der Bestandteile erläutert, bevor im nächsten Kapitel die tragende Rolle des SQV im QmbS-Konzept beschrieben wird.

Der Begriff Qualitätsverständnis:

Das SQV hat normativen Charakter. Indem sich eine Schule aktiv mit ihrem Qualitätsverständnis auseinandersetzt und in Form von Zielen und Erfolgsindikatoren Standards für ihre Arbeit definiert, legt sie die Normen fest, anhand derer sie den Erfolg ihrer eigenen Arbeit bewertet (vgl. dazu Balzer & Beywl, 2018, S. 27). Diese müssen aufgrund der Heterogenität der beruflichen Schulen sowie des raschen technologischen Fortschritts in den Ausbildungsberufen gerade bei dieser Schulart beständig geprüft und ggf. aktualisiert werden.

Schulsp. Qualitäts-verständ-nis (SQV)


Das Qualitätsverständnis an der einzelnen Schule beruht auf einem Konsens der Beteiligten, insbesondere innerhalb des Kollegiums und der (erweiterten) Schulleitung. Es erwächst aus Diskussionen, bei denen auch für selbstverständlich gehaltene Wertvorstellungen zur Sprache kommen, Qualitätskriterien reflektiert werden und so eine gemeinsame Vorstellung von Qualität auf bewusster Ebene entwickelt wird. 

Alle im Konsens entwickelten Ziele, die den Beteiligten für ihre Schule wichtig sind und entsprechend das schulische Profil und die Qualitätsarbeit prägen, bilden das schulspezifische Qualitätsverständnis ab – unabhängig vom Grad ihrer bisherigen Verwirklichung.

Zentral für die Diskussion über das Qualitätsverständnis und die Qualität an der Schule erscheinen zwei grundlegende Fragen, die das professionelle schulische Handeln leiten: 

  • Was ist guter Unterricht? 
  • Was ist eine gute Schule?

Die Wissenschaft hat diese Fragen zu beantworten versucht und dabei auf jene allgemeingültigen Merkmale der Schul- und Unterrichtsqualität verwiesen, die die Leistung der Schülerinnen und Schüler empirisch nachweislich beeinflussen.[1] Diese Qualitätskriterien sind in die verschiedenen Qualitätsrahmen der Bundesländer aufgenommen und systematisiert worden (vgl. Bayerisches Landesamt für Schule, Qualitätsagentur, 22020). Sie können für die Beteiligten einer Schule eine Grundlage darstellen für die Qualitätsdiskussion und die Entwicklung gemeinsamer Wert- und Zielvorstellungen.


[1] Vgl. z. B. Ditton, 2000, Meyer, 2005, Helmke, 2012, Hattie, 2013, Dubs, 2016.

Der Begriff schulspezifisch:

Warum ist das Qualitätsverständnis schulspezifisch? 

Aufgrund der Heterogenität des beruflichen Schulwesens mit unterschiedlicher Profilbildung der einzelnen Schulen gibt es in Bayern kaum eine berufliche Schule, die einer anderen Schule gleicht. Vielmehr verleiht die Zusammenfassung von Berufen bzw. Ausbildungsrichtungen zu Kompetenzzentren jeder Schule ein eigenes, unverwechselbares Profil und eine eigene Identität. Diese Identität ist geprägt von spezifischen Rahmenbedingungen, von schulinternen Bedarfen und schulischen Wertvorstellungen. Diese institutionelle Heterogenität ist ein Merkmal beruflicher Schulen – gleichgültig, wie homogen eine berufliche Schule im Außenbild erscheinen mag (vgl. Wilbers, 2017, S. 37 f.).

Die Identität der Schule drückt sich aus in einer spezifischen Qualitätskultur, die sich in wahrnehmbaren Strukturen, in den Normen der Beteiligten und in scheinbar selbstverständlichen Grundannahmen niederschlägt, die oftmals von den Beteiligten nicht reflektiert werden (vgl. Schein, 2004, S. 25 ff.). Die Schule nimmt zwar Anleihen bei allgemeinen Qualitätsvorstellungen von Schule, wie sie z. B. im bayerischen Qualitätstableau zusammengefasst sind, muss solche Vorstellungen aber für sich anpassen, Standards adaptieren und sich spezifische Ziele, die die konkreten Voraussetzungen vor Ort berücksichtigen, setzen.

Des Weiteren verwirklicht ein schulspezifisches Qualitätsverständnis die im Bayerischen Gesetz über das Erziehungs- und Unterrichtswesen geforderte Eigenverantwortung der Schulen für ihre individuelle Qualitätsentwicklung (vgl. Art. 2 BayEUG). Die Entwicklung konsensfähiger und schulspezifischer Wertvorstellungen fördert die Akzeptanz der Ziele und ihrer zugrunde liegenden Werte im Kollegium. 

Auf dem Fundament der schulspezifischen Erfordernisse und Vorstellungen wird eine nachhaltige, zielgerichtete Entwicklung ermöglicht und die Qualität der Schule auf hohem Niveau gesichert (vgl. Landwehr & Steiner, 2007, Heft 1, S. 8).

Ausbangsbasis für die Quali-
tätsentwicklung
Orientierung für die Qualitäts-
sicherung

Ergebnisse der externen
Evaluation, schulinterne
Schwerpunktsetzungen, schul- und bildungspolitische
Vorgaben

Qualitätskriterien
für das SQV

Unterschiedliche Formen und
Grade der Mitwirkung in der
Arbeit am SQV