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Wie wird ein schulspezifisches Qualitätsverständnis entwickelt?

Ein schulisches Qualitätsverständnis entwickelt sich weder idealtypisch unter Laborbedingungen noch im „luftleeren Raum“. Es wird beeinflusst von den schulischen Rahmenbedingungen und knüpft an die Erfahrungen der Beteiligten und die bisherige Qualitätsarbeit der Schule an.

Schulsp. Qualitäts-verständ-nis (SQV)

In der Anfangsphase einer systematischen Qualitätsarbeit ist es sinnvoll, sich an der Schule über gemeinsame Qualitätsvorstellungen zu verständigen und ein Qualitätsverständnis zu entwickeln. Deshalb wurde an den QmbS-Schulen ein SQV bereits in der Implementierungsphase von QmbS erarbeitet.

Allerdings ist sich eine QmbS-Schule bewusst, dass sich mit den Jahren und den Neuerungen in Gesellschaft und Schule das Qualitätsverständnis weiterentwickelt.

Insbesondere gilt es, in einem neuen Handlungsfeld, welches die Schule als Herausforderung in die Qualitätsarbeit aufnehmen möchte, ein gemeinsames Qualitätsverständnis zu entwickeln, das in die Formulierung ein oder mehrerer neuer Ziele mündet.[1] Auch bei der Modifikation eines bestehenden Zieles wird an der Schule ein solcher Entwicklungsprozess durchlaufen, wenn auch in geringerem zeitlichem Umfang. 

Sei es, dass einzelne Handlungsfelder bearbeitet werden sollen oder dass das SQV in seiner Gesamtheit entweder neu entwickelt oder reflektiert und aktualisiert werden soll: Die Entwicklung von auf Konsens beruhenden, tragfähigen SQV-Zielen ist ein komplexer Prozess, der grundsätzlich in vier Phasen bzw. Stufen strukturiert werden kann; das Durchlaufen der vier Stufen dürfte allerdings bei jedem – punktuellen oder umfassenden – SQV-Prozess unterschiedlich ausfallen.

Folgende Stufen charakterisieren einen SQV-Prozess an einer Schule:

Grundlagen klären

Ziele bestimmen

Ziele formulieren

Indikatoren festlegen

 

Die Entwicklungsstufen sind in dem nebenstehenden
Spiraltreppen-Modell veranschaulicht:

Für QmbS-Schulen besteht der Anspruch, dass alle priorisierten und aktiv bearbeiteten SQV-Ziele, deren Dokumentation auch den Anforderungen des Schulentwicklungsprogramms entspricht, die vier Stufen des SQV-Prozesses sachgerecht durchlaufen. Wenn wichtige Grundlagen für die Qualitätsarbeit geklärt sind, das Kollegium und ggf. weitere Personengruppen bei der Zielbestimmung mitgewirkt haben, die Ziele formuliert und die Indikatoren festgelegt sind, besitzt die Schule sozusagen ein solides geistiges Fundament, ein Qualitätsverständnis, auf dem eine konsensorientierte und langfristige Qualitätsentwicklung aufbauen kann.

Die Entwicklung und Weiterentwicklung eines derartigen Qualitätsverständnisses ist eine

  • komplexe, 
  • sensible und
  • kommunikativ anspruchsvolle Aufgabe.

Das QmbS-Team bewältigt diese Herausforderung, indem es mit dem Kollegium ständig in Kontakt steht und die Ergebnisse für die Schulgemeinschaft als auch für Außenstehende adäquat dokumentiert.


[1] Ein idealtypischer Zielklärungsprozess ist beschrieben in: Balzer & Beywl, 2018, S. 37 ff.