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Schulentwicklung in Bayern » Schülerfeedback » Schülerfeedback in der zweiten Phase der Lehrerausbildung » Feedback als Führungsaufgabe: Die eigene Haltung überprüfen!

Die eigene Haltung prüfen: Feedback als Führungsaufgaben (der Seminarlehrkräfte)

"Die Seminarleitung lebt, was sie lehrt": Die Haltung ist entscheidend.

Jede Lehrergeneration trägt ihr eigenes Verständnis von schulischer Bildung in die Schule hinein und hat bestimmte Erwartungen im Hinblick auf ihre Möglichkeiten, Schülerinnen und Schülern zu begegnen und sich in die Entwicklung ihrer Schule einzubringen.

Es ist Aufgabe der Seminarlehrkraft beständig an ihrer Haltung und ihrem Selbstverständnis zu arbeiten. Erzieherische Fragen, Fragen der Wertebildung oder der schulischen Qualitätsentwicklung sind in allen Fächern angesprochen und verlangen nach Konturierung. Lebenslanges Lernen ist eine Notwendigkeit, zu allererst für die Lehrkräfte und insbesondere die Personen, die Lehrkräfte ausbilden. Als Grundhaltung von (Seminar-) Lehrkräften ergibt sich daraus das Bild eines innovationsfreudigen, flexiblen Menschen, dem es ein Anliegen ist, andere zu ermutigen, ihr Handeln in konstruktiver Weise zu hinterfragen, sich beständig zu entwickeln und nichts als fertig, endgültig oder als Routine zu begreifen. Solche Lehrkräfte haben verstanden, dass Schülerfeedback ihnen dabei hilft, den eigenen Unterricht zu verbessern.

Neben der Kompetenz, dem Wissen und Können rund um die Thematik, braucht es eine selbstkritische Haltung: Bringe ich als Lehrkraft die Motivation und die nötigen Überzeugungen mit? Bin ich für die Lernenden da, bringe ich ihnen die notwendige Wertschätzung entgegen? Welches Rollenverständnis steht hinter Lernen und Lehren, wenn Feedback einen zentralen Aspekt darstellt? Die Haltung der Lehrkraft ist von entscheidender Bedeutung. Die Lehrkraft muss sich für den Lernerfolg ihrer Schülerinnen und Schüler zuständig fühlen. Sie muss höhere Erwartungen an die Lernenden setzen, als diese es selbst tun, und dabei an sie glauben. Die Aufgabe der Lehrkraft ist es, die Ziele ihrem jeweiligen Lernstand anzupassen, mit anspruchsvollen, aber erreichbare Leistungserwartungen die Motivation der Schülerinnen und Schülern zu erhalten. Dafür ist es unabdingbar, ihnen zuzuhören, sie da abzuholen, wo sie stehen, und sich  Feedback auf allen nur denkbaren Ebenen einzuholen.

Die Seminarlehrkräfte, die das selbst praktizieren, zeigen ihren Referendarinnen und -referendaren und den Lehramtsanwärterinnen und -anwärtern Ansatzpunkte, wie sie in ihrem Unterricht die unterschiedlichsten Arten von Feedback selbst anwenden und erproben können. Die Inspiration so zu handeln, erhalten sie von Seminarlehrkräften, die ihre pädagogische Expertise als eine "Symbiose von Kompetenz und Haltung" verstehen (vgl. Pädagogik 09/16, S. 42).

Viele Seminarlehrkräfte nehmen sich mittlerweile selbst in die Pflicht und holen ein Feedback von Ihren Referendaren ein. So wurden im Zuge eines Qualitätsmanagementprojekts am bayerischen Staatlichen Studienseminar für das Lehramt an beruflichen Schulen Kriterien (für freie Rückmeldungen) und Fragen für ein Feedback von Referendarinnen und Referendaren an ihre Seminar- und Betreuungslehrkräfte zu verschiedenen Feldern ihres beruflichen Handels entwickelt (vgl. Individualfeedback im Studienseminar).

 

 

 

Literatur

Zierer, K. (2016). Wichtiger als das, was wir machen, ist, wie und warum wir es machen, in: Pädagogik (68), S. 42-47.

Hattie, J. & Zierer, K.  (2016): Kenne deinen Einfluss! „Visible Learning“ für die Unterrichtspraxis. Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren.